Wir würden Sie gern retten – wenn sie uns lassen

Seit Jahren führt die Feuerwehr in unregelmäßigen Abständen Befahrungen an bekannten neuralgischen Punkten im Stadtgebiet durch.
 
Viele Missstände hinsichtlich Befahrbarkeit durch Rettungsmittel konnten so erkannt und abgestellt werden: Beispielsweise wurde in der Gustav-Adolf-Straße ein einseitiges Parkverbot eingerichtet, da die Straße durch Fahrzeuge weder befahrbar noch die Menschenrettung aus Gebäuden via Drehleiter möglich war.
 
Gestern führte uns der Weg zum wiederholten Male in und um die Heinrich-Schütz-Straße. Dort gibt aufgrund der Straßenreinigung mittels Kehrmaschine ein temporäres Parkverbot. Die Bilder zeigen, was nach dem Ende des Parkverbotes passiert: Die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer parkt ihr Fahrzeug wieder auf der richtigen Straßenseite, einige wenige verpassen dies. Somit sind uns jegliche Chancen zur schnellen Menschenrettung im Ernstfall genommen: Die Ausrüstung muss zeitaufwendig über weitere Entfernungen händisch zur Einsatzstelle gebracht, viel längere Schlauchleitungen verlegt werden. Dies benötigt mehr Zeitaufwand, als in es normalerweise der Fall wäre – das ist gegebenenfalls genau die Zeit, die dem Betroffenen fehlt, um ein Brandereignis zu überleben. Eine Gestellung der Drehleiter und damit schnelle Menschenrettung wäre in diesem Falle sogar erst gar nicht möglich gewesen.
 
Uns ist bewusst, dass die Ursache hier das temporäre Parkverbot ist und kein böser Wille der Anwohner besteht. Wir wollen jedoch erneut aufzeigen, dass eine scheinbar harmlosen Gedankenlosigkeit auch das Worst-Case-Szenario zur Folge haben kann.
 
Dass dies nicht weit hergeholt ist zeigt die Tatsache, dass es erst im vergangenen Jahr eben in der Heinrich-Schütz-Straße zu einem Schornsteinbrand kam, bei dem auch die Drehleiter gestellt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt war die Befahrbarkeit der Straße glücklicherweise gegeben, wenn auch nur mit Augenmaß und geringer Geschwindigkeit.
 
Es gibt viele andere Stellen in Wohngebieten, in denen dauerhaft so geparkt wird und sich der Fahrzeugführer generell keine Gedanken über freie Rettungswege macht. Wir haben Verständnis dafür, dass die langwierige Parkplatzsuche nach Feierabend nervenraubend ist, aber:
 
Helfen Sie uns – nur dann können auch wir helfen! Denken Sie an Ihre Familie, Nachbarn, Bekannte, Freunde und alle anderen Mitmenschen. Jeder kann in die Lage geraten, Hilfe zu benötigen. Dann kann es sprichwörtlich um Sekunden gehen. Bitte haben Sie das im Hinterkopf, wenn Sie nach Feierabend auf Parkplatzsuche sind.
 
Eine Hilfestellung, um der Feuerwehr und Rettungsdiensten generell freie Durchfahrt zu gewähren, ist auf unserem Flyer zu finden.