Das war’s: Das Jahr 2020 geht zu Ende.

Ein durch und durch verrücktes und außergewöhnliches Jahr geht zu Ende. Einige Großbrände, Brandserien und eine Vielzahl von Verkehrsunfällen beschäftigten auch dieses Jahr wieder die Feuerwehr. Zwei mal wurde der Dienstbetrieb aufgrund Corona eingestellt, ein trauriger Dezemberbeginn, aber auch gute Nachrichten prägten das Jahr 2020.
 
Januar
 
Die Silvesternacht 2019/2020 konnte für Weißenfels rückblickend als relativ ruhig betrachtet werden: Bis Mitternacht mussten zwei Einsätze abgearbeitet werden, am Neujahrstag kamen noch zwei Kleinbrände und eine Hilfeleistung dazu.
 
Mitte des Monats kam es im Weißenfelser Ortsteil Leißling zu einem ausgedehnten Garagenbrand, der Flammenübergriff auf das angrenzende Wohnhaus stand unmittelbar bevor. Gemeinsam mit den Feuerwehren aus Langendorf und Leißling gelang es, den Brand rasch unter Kontrolle zu bringen sowie das Wohnhaus zu schützen. Verletzt wurde niemand, ein Hund konnte durch die Kameraden in Sicherheit gebracht werden.
 
Am 31.01. kam es zum größten Einsatz des Jahres: Brand des illegalen Reifenlagers im Ortsteil Borau, welcher bis zum 03.02. mittags andauerte.
 
Einsatzzahl Januar: 33 Einsätze.
 
Februar
 
Der Beginn des Monats stand noch ganz im Zeichen des Reifenbrandes. Der Einsatz dauerte bis in den 03.02. an. Auch danach gab es tagelange Nachbereitungen, eine Vielzahl von Schläuchen, Einsatzbekleidung, Atemschutzgeräten und Ausrüstungsgeräten mussten gereinigt und geprüft werden.
 
Am 08.02. startete der Grundausbildungslehrgang der Weißenfelser Feuerwehren.
 
Einsatzzahl Februar: 39 Einsätze.
 
 
März
 
Am 06.03. kam es am Bahnhof Großkorbetha zu einem Austritt von Wasserstoffperoxid an einem Kesselwagen. 105 Einsatzkräfte waren zweieinhalb Stunden im Einsatz.
 
Drei Tage später wurden wir im Rahmen des ABC Zuges Erkundung/Messung und des Zuges Gefahrenabwehr des Burgenlandkreises mit dem Stichwort „H5 Gefahrgut – Ammoniakaustritt“ in den westlichen Teil des BLK nach Wohlmirstedt alarmiert. Einsatzdauer: 7 Stunden.
 
Am 13.03. erging die Dienstanweisung zur Einstellung des Dienstbetriebes in den Weißenfelser Feuerwehren – das Thema Corona trat zum ersten Mal in Erscheinung.
 
Die Kinder- & Jugendfeuerwehr bekommen von ihren Betreuern Aufgaben zum „Homeschooling“.
 
Ende März wird die Waldbrandgefahrenstufe 3 im Burgenlandkreis ausgerufen.
 
Einsatzzahl März: 35 Einsätze.
 

April
 
Am ersten Tag des Aprils wurden wir zu einem Großbrand in die Zorbauer Müllverbrennungsanlage alarmiert.
 
Am 12.04. wurde die Waldbrandgefahrenstufe 4 im Burgenlandkreis ausgerufen.
 
Einsatzzahl April: 42 Einsätze.
 

Mai
 
Am 18.05. kam es zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf der A 9 mit drei beteiligten Fahrzeugen. Durch den Rettungsdienst wurden zwei Verletzte versorgt, einer davon ambulant. Die Autobahn war im Bereich Weißenfels in Fahrtrichtung München für knapp 2 Stunden gesperrt.
 
Einsatzzahl Mai: 35 Einsätze. 
 
 
Juni
 
Ab dem 01.06. wurde der Dienstbetrieb nach dem coronabedingten Lockdown wieder gestartet – unter Einhaltung der aktuellen Sicherheitsstandards.

Am 16.06. kam es zum Zusammenstoß zwischen einem leeren Gefahrgut-LKW und einem Kleintransporter. Die Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher und nahm ausgelaufene Betriebsmittel auf. Der Fahrer wurde ins Weißenfelser Klinikum transportiert, der Fahrer des LKW blieb unverletzt.
 
Am 22.06. wurden wir zu einem gemeldeten Wohnhausbrand alarmiert. Vor Ort angekommen hat sich die Lage bestätigt, dichter Rauch war zu erkennen. Die Anwohnerin hatte schon erste Löschversuche unternommen und wurde vorsorglich dem Rettungsdienst übergeben. Ein Trupp unter Atemschutz führte die Löscharbeiten erfolgreich fort und brachte den Einsatz in Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzkräften erfolgreich zu Ende.

Einsatzzahl Juni: 39 Einsätze.
 

Juli 
 
Am 04.07. kam es zu einem ausgedehnten Feldbrand an der B91 bei Reichardtswerben. Aufgrund der dauerhaft wechselhaften Windrichtung war es anfänglich sehr schwierig, den Brand überhaupt unter Kontrolle zu bekommen. Den zahlreichen Einsatzkräften gelang es schließlich gemeinsam mit der örtlichen Agrargenossenschaft die Flammen einzudämmen und den Brand noch vor der angrenzenden Bundesstraße aufzuhalten. Im Einsatz befanden sich 135 Einsatzkräfte.
 
Am 13.07. kam es nachmittags zu einem Verkehrsunfall mit zwei LKW auf der A 9, vor Ort sollte noch ein Fahrer in seinem Führerhaus eingeklemmt sein. Trotz des massiven Zerstörungsbildes der beiden Fahrzeuge grenzte es an ein Wunder, denn beide Fahrer wurden bereits durch engagierte Ersthelfer befreit und betreut. Beide kamen nach der rettungsdienstlichen Versorgung in Krankenhäuser. Bis zum Einsatzende wurden durch die Einsatzkräfte über 500 Personen mit alkoholfreien Getränken und vier Hunde mit Wasser versorgt. Nach 6 Stunden Vollsperrung unter doch sehr heißen Temperaturen waren alle Fahrzeugführer froh, endlich einspurig vorbeigeleitet zu werden.
 
Nach Beendigung des sechsstündigen Einsatzes auf der A9 wurden wir zusammen mit weiteren Weißenfelser Ortsfeuerwehren 23:06 Uhr mit dem Stichwort F3 Gebäude nach Pettstädt alarmiert. Mittels Einsatz von mehreren Trupps unter Atemschutz und einer Riegelstellung gelang es, die angrenzende Bebauung zu schützen. Da die Wasserversorgung im betreffenden Bereich unzureichend war, wurden Tanklöschfahrzeuge zur Einsatzstelle nachgefordert. Ein vor Ort ansässiger Bauer unterstützte zudem mit einem Wasserfass mit 20 000 l Wasser. Der Eigentümer des Objektes unterstützte mittels Radlader bei der Restablöschung.
 
Am 15.07. galt es, vier Einsätze abzuarbeiten – den Brand mehrerer Container und Fahrzeuge, eine unklare Rauchentwicklung und zwei Verkehrsunfällen mit eingeklemmter Person.
 
Was im Februar begann und Corona-bedingt pausieren musste fand am 26.07. seinen Abschluss: Die Absolventen des Grundlehrganges I/2020 absolvierten auf der Feuerwache Weißenfels ihre Abschlussprüfung.
 
Einsatzzahl Juli: 34 Einsätze.
 

August
 
Im August unterstützen wir die Aktion um die kleine Lotti – mehr unter https://loewin-lotti.de.
 
Am 28.08. kam es in Lützener Ortsteil Zorbau zu einem Produktaustritt von Methanol (UN 1230) aus einem Tankauflieger mit 30 000 l Fassungsvermögen. Die Einsatzstelle befand sich auf dem Gelände einer LKW-Tankstelle – direkt angrenzend haben sich mehrere Firmen, mitunter mit großer Lagerfläche und einer Vielzahl von Mitarbeitern, angesiedelt. Die örtlich zuständige Freiwillige Feuerwehr Zorbau-Gerstewitz sicherte die Einsatzstelle nach ihrem Eintreffen ab, natürlich auch brandschutztechnisch. Der erste Austritt wurde zunächst aufgefangen, im Anschluss wurde mittels Gefahrgutumfüllpumpe unseres Gerätewagen-Gefahrgut in einen zweiten bereitgestellten Tankauflieger umgepumpt. Alle Arbeiten am Auflieger wurden unter Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen durchgeführt und das Umpumpen mittels Wärmebildkamera kontrolliert. Gegen 19 Uhr war der Stoff dann soweit umgepumpt, dass es zu keinem weiteren Stoffaustritt mehr kam.
 
Einsatzzahl August: 46 Einsätze.
 

September 
 
Am 02.09. fand der erste bundesweite Warntag statt.
 
Am 04.09. kam es zum Entstehungsbrand an einem Dachstuhl in der Markwerbener Straße.
 
Am 23.09. kam es zu einer Havarie in einem Weißenfelser Betrieb der Lebensmittelindustrie, bei 32 Personen leicht verletzt wurden. An einer Produktionsanlage war es im laufenden Betrieb zu einem Leck gekommen und somit Flüssigkeit (Velcorin) ausgetreten, die bei der Produktion zur Desinfektion benutzt wird. Im Laufe des Rettungsdiensteinsatzes vermehrte sich die Anzahl der Leichtverletzten, sodass weitere Rettungswagen, der Leitende Notarzt sowie der Gefahrgutzug des Landkreis nachalarmiert wurden.
 
Einsatzzahl September: 46 Einsätze.
 
 
Oktober
 
Am 04.10. kam es zu einem Wohnungsbrand in der Friedrichstraße. Bei Ankunft der ersten Einsatzkräfte war die Lage noch sehr unübersichtlich, das Treppenhaus war ab dem 2. Obergeschoss stark verqualmt und zahlreiche Bewohner kamen uns bereits entgegen. Nach Erkundung durch den Angriffstrupp konnte ein Zimmerbrand im benannten 2. OG festgestellt und zügig gelöscht werden, die Wohnung bleibt aufgrund der massiven Rauchentwicklung vorerst unbewohnbar. Im Anschluss wurde das gesamte Wohnhaus belüftet und zum Einsatzende an die Eigentümerin übergeben. Ein Bewohner zog sich beim selbstständigen Löschversuch eine leichte Rauchgasvergiftung zu und kam ins Krankenhaus, weitere 18 Bewohner brachten sich eigenständig in Sicherheit.
 
Am 27.10. brannte im Ortsteil Borau eine größere Garage, welche direkt an eine Scheune angebaut war. Die Scheune konnte gehalten werden. Im Einsatzverlauf wurde eine Gasflasche gekühlt und gesichert. Eine Einsatzkraft verletzte sich im Einsatzverlauf leicht und wurde mittels Rettungswagen in die Weißenfelser Klinik gebracht, wo er ambulant versorg wurde.
 
Einsatzzahl Oktober: 32 Einsätze.
 

November
 
Am 11.11. wurde die Feuerwehr Weißenfels gegen 19.00 Uhr mit dem Stichwort „F3 Dachstuhl/mit Explosion“ in die Leopold-Kell-Straße alarmiert. An der Einsatzstelle angekommen bot sich den Einsatzkräften folgendes Bild: Im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses stand ein ca. 15 x 7 m großes Gebäude in Vollbrand. Es bestand die Gefahr, dass sich das Feuer auf das direkt angebaute Wohnhaus ausbreitet – die darin befindlichen Wohnungen waren bereits durch Rauchgase in Mitleidenschaft gezogen worden. Sofort wurde mittels mehrerer Strahlrohren ein Löschangriff auf das brennende Gebäude gestartet, dieser war jedoch nur noch von außen möglich. Das Wohngebäude wurde durch mehrere Trupps im Innenangriff abgesucht, wobei ein Hund und mehrere Vogelkäfige ins Freie gebracht wurden. Die Bewohner des Hauses konnten sich selbstständig retten, verletzt wurde niemand. Nach Erkundung im Hinterhof des Nachbarhauses wurde festgestellt, dass ein Anwohner dieses bereits mit Hilfe eines Gartenschlauches schützte. Hier wurde ein zweiter Einsatzabschnitt eröffnet und die Dachfläche mittels Steckleiterteilen betreten. Hier musste im Einsatzverlauf das Dach des brennenden Gebäudes geöffnet werden, um das Feuer des Dachstuhles ablöschen zu können. Da die Wohnungen neben dem Brandobjekt durch die Ausbreitung von Brandgasen nicht mehr bewohnbar sind, wurde den Bewohnern eine Ersatzunterkunft gestellt. Die geretteten Tiere wurden über Nacht auf der Feuerwache verwahrt. Einsatzende für den Großteil der 71 eingesetzten Einsatzkräfte war 02.30 Uhr, eine Brandwache ist bis zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin vor Ort. Aufgrund der langandauernden Löscharbeiten – insbesondere im Dachbereich – wurden im Einsatzverlauf 17 Atemschutzgeräte verbraucht. Die Gesamtzahl der eingesetzten Schläuche liegt bei 40.
 
Am 14.11. brannte auf einem Betriebsglände Abfall, welcher in einem 40 m³-Abrollcontainer auf einem Anhänger gelagert war. Die Gefahr der Ausbreitung bestand, da der Anhänger sowohl an einen LKW angehangen als auch direkt neben weiteren Fahrzeugen abgestellt war.Da die Wasserversorgung schwierig war, wurde ein weiteres Tanklöschfahrzeug nachgefordert. Der besagte Abrollcontainer wurde im Einsatzverlauf auf einen LKW geladen, so dass die Möglichkeit des Abkippens bestand. Anschließend wurde das Brandgut unter Zuhilfenahme eines Radladers auseinander gezogen und mittels Schaummittel abgelöscht.
 
Am 23.11. wurden wir kurz vor 11 Uhr mit dem Stichwort „F3 Wohnung“ in den Südring alarmiert. Vor Ort konnte eine Rauchentwicklung in einer Wohnung im 1. Obergeschoss festgestellt werden. Daraufhin wurde die Wohnung durch einen Trupp mittels Steckleiter über den Balkon betreten und ein Entstehungsbrand im Bereich der Küche vorgefunden. Anwohner hielten sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Wohnung auf. Direkt angrenzende Wohnungen wurden kontrolliert, ebenso die darunter liegende Tagespflegeeinrichtung. In diese breiteten sich durch Lüftungsschächte Rauchgase aus, welche jedoch räumlich getrennt gehalten werden konnten – somit bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für Besucher der Einrichtung.
 
Einsatzzahl November: 34 Einsätze.
 

Dezember
 
Der Dezember begann mit großer Bestürzung. Die Ortswehrleiterin der Freiwilligen Feuerwehr Reichardtswerben, Viola Striewe, verstarb plötzlich und unerwartet am 02.12. im Alter von 55 Jahren.
 
Ab der zweiten Dezemberwoche ist es im Weißenfelser Stadtgebiet zu einer Reihe von mutmaßlichen Brandstiftungen gekommen, an einem Abend brannte es an 7 Einsatzstellen im Stadtgebiet. Der mutmaßliche Täter wurde dabei gefasst.
 
Mitte Dezember gab es ein kleines Jubiläum: 8 Jahre Feuerwehr Weißenfels bei Facebook.
 
Am 18.12. erhielt die Kinder- & Jugendfeuerwehr ein Weihnachtsgeschenk: Am vergangenen Freitag erhielten die Betreuer ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk zur Unterstützung der Ausbildung ihrer Mitglieder: Einen Pkw-Anhänger, gesponsert von Abellio Rail. Abellio trat vor einiger Zeit an unsere Kinderfeuerwehrwartin und Jugendwartin heran und wollte wissen, welches Geschenk bei ihnen auf der Wunschliste steht. Sofort stand fest: Wenn der lang gehegte Traum eines Anhängers erfüllt werden könnte, müsste man nicht immer umständlich mit großen Löschfahrzeugen zur Ausbildung fahren und könnte das Equipment in diesen verstauen. Als der Anhänger dann zur Abholung bereit stand konnte es das Betreuer-Team gar nicht so recht fassen, dass es tatsächlich geklappt hat. Und als ob das noch nicht genug wäre, gab es für alle Betreuer und Mitglieder jeweils noch eine kleine Geschenktüte. Diese wurden dann am Sonntag von den Weihnachtsengeln an die Kinder und Jugendlichen per Hauslieferung verteilt.
 
Am 21.12. brachte die Feuerwehr den Weihnachtsmann: Gemeinsam mit dem örtlichen Klinikum durften wir stationierte Kinderherzen zum Leuchten bringen – trotz Coronaschutzverordnung. Der Weihnachtsmann stieg mit seinem Sack voller Geschenke in unseren Drehleiterkorb und fuhr mit einem Kameraden zusammen in die Höhe. Am Fenster der 4. Etage angekommen, hörte man das lautstarke Staunen der Kinder sogar noch bis zum Boden, unbeschreiblich. Einzeln und teilweise sehr zurückhaltend traten sie mit Abstand ans Fenster, sagten Weihnachtsgedichte auf und nahmen mit großen Kulleraugen ihre Geschenke entgegen.Ein weiterer Grund zur Freude: Am 23.12. erhielt die Stadt Weißenfels den Bescheid vom Land Sachsen-Anhalt mit der Zusage, dass die dringend benötigte Ersatzbeschaffung unserer Drehleiter im Jahr 2021 im Rahmen der Landesbeschaffung des Landes erfolgen kann.
 
Einsatzzahl Dezember: 44 Einsätze. (Stand: 30.12., 11 Uhr)