Wir würden Sie gern retten – wenn sie uns lassen

Seit Jahren führt die Feuerwehr in unregelmäßigen Abständen Befahrungen an bekannten neuralgischen Punkten im Stadtgebiet durch.
 
Viele Missstände hinsichtlich Befahrbarkeit durch Rettungsmittel konnten so erkannt und abgestellt werden: Beispielsweise wurde in der Gustav-Adolf-Straße ein einseitiges Parkverbot eingerichtet, da die Straße durch Fahrzeuge weder befahrbar noch die Menschenrettung aus Gebäuden via Drehleiter möglich war.
 
Gestern führte uns der Weg zum wiederholten Male in und um die Heinrich-Schütz-Straße. Dort gibt aufgrund der Straßenreinigung mittels Kehrmaschine ein temporäres Parkverbot. Die Bilder zeigen, was nach dem Ende des Parkverbotes passiert: Die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer parkt ihr Fahrzeug wieder auf der richtigen Straßenseite, einige wenige verpassen dies. Somit sind uns jegliche Chancen zur schnellen Menschenrettung im Ernstfall genommen: Die Ausrüstung muss zeitaufwendig über weitere Entfernungen händisch zur Einsatzstelle gebracht, viel längere Schlauchleitungen verlegt werden. Dies benötigt mehr Zeitaufwand, als in es normalerweise der Fall wäre – das ist gegebenenfalls genau die Zeit, die dem Betroffenen fehlt, um ein Brandereignis zu überleben. Eine Gestellung der Drehleiter und damit schnelle Menschenrettung wäre in diesem Falle sogar erst gar nicht möglich gewesen.
 
Uns ist bewusst, dass die Ursache hier das temporäre Parkverbot ist und kein böser Wille der Anwohner besteht. Wir wollen jedoch erneut aufzeigen, dass eine scheinbar harmlosen Gedankenlosigkeit auch das Worst-Case-Szenario zur Folge haben kann.
 
Dass dies nicht weit hergeholt ist zeigt die Tatsache, dass es erst im vergangenen Jahr eben in der Heinrich-Schütz-Straße zu einem Schornsteinbrand kam, bei dem auch die Drehleiter gestellt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt war die Befahrbarkeit der Straße glücklicherweise gegeben, wenn auch nur mit Augenmaß und geringer Geschwindigkeit.
 
Es gibt viele andere Stellen in Wohngebieten, in denen dauerhaft so geparkt wird und sich der Fahrzeugführer generell keine Gedanken über freie Rettungswege macht. Wir haben Verständnis dafür, dass die langwierige Parkplatzsuche nach Feierabend nervenraubend ist, aber:
 
Helfen Sie uns – nur dann können auch wir helfen! Denken Sie an Ihre Familie, Nachbarn, Bekannte, Freunde und alle anderen Mitmenschen. Jeder kann in die Lage geraten, Hilfe zu benötigen. Dann kann es sprichwörtlich um Sekunden gehen. Bitte haben Sie das im Hinterkopf, wenn Sie nach Feierabend auf Parkplatzsuche sind.
 
Eine Hilfestellung, um der Feuerwehr und Rettungsdiensten generell freie Durchfahrt zu gewähren, ist auf unserem Flyer zu finden.
 

Start der Grundausbildung

Am vergangenen Samstag startete der Grundausbildungslehrgang F I / 2021 der Weißenfelser Feuerwehren.
 
An sechs Ausbildungswochenenden, welche im 14-tägigen Rhythmus durchgeführt werden, bekommen die 5 Teilnehmerinnen und 12 Teilnehmer von den Ausbildern alle Schwerpunktthemen nach Feuerwehrdienstvorschrift 2 zum Thema Feuerwehr vermittelt. All diese Themen legen den Grundstein für die Arbeit als Feuerwehrfrau oder -mann.Nach dem Abschluss dieser Ausbildung „Truppmann, Teil 1“ folgt der Teil 2 und danach weitere auf diesen Lehrgang aufbauende Schulungen.
 
Wir wünschen allen Teilnehmern maximale Erfolge beim Start ihrer Feuerwehrkarriere!
 
 

 

Gefahrgutaustritt & First-Responder-Einsatz

Gestern Abend wurden zahlreiche Feuerwehren zum Güterbahnhof nach Großkorbetha alarmiert.
 
Vor Ort trat in geringer Menge Natriumhydroxid (UN 1824) aus einem Kesselwagen aus, eine Gefahr für Anwohner bestand zu keiner Zeit.
Während sich die örtlich zuständige Wehr um die umfassende Lageerkundung kümmerte, fuhren alle weiteren Kräfte und Mittel in den Bereitstellungsraum.
 
Der Produktaustritt konnte schnell gestoppt, die ausgelaufene Flüssigkeit aufgefangen und im Anschluss mit Wasser aus dem HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) verdünnt werden. Verletzt wurde niemand.
 
Auf dem Rückweg vom Bereitstellungsraum zur Feuerwache nach Weißenfels, kam unser Rüstwagen-Team in der Weißenfelser Neustadt zu einer bewusstlos verletzten Person dazu. Hier wurde die Erstversorgung übernommen und im Nachgang der Rettungsdienst unterstützt.
 
Im Einsatz waren:
 
  • Feuerwehr Weißenfels (TLF, LF, RW, ELW, GW-G)
  • Feuerwehr Großkorbetha (MTW, HLF, TLF)
  • Feuerwehr Kriechau (TSF-W)
  • Feuerwehr Reichardtswerben (LF)
  • Feuerwehr Granschütz (Dekon-P, MTW)
  • Feuerwehr Zeitz Aue-Aylsdorf (Dekon-P, CBRN-ErkKW)
  • Feuerwehr Kayna (LF)
  • Notfallmanager Bahn AG
  • Bundespolizei

Wohnungsbrand mit mehreren Verletzten

Gestern Vormittag kam es in der Weißenfelser Schlachthofstraße zu einem Wohnungsbrand mit vier Verletzten.
 
Eine Person konnte durch Feuerwehr und Polizei mit einer massiven Rauchgasvergiftung aus der Wohnung gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden, im Anschluss wurde das Feuer gelöscht und das gesamte Wohnhaus belüftet.
 
Die schwerverletzte Person wurde in eine Spezialklinik nach Halle transportiert, drei Leichtverletzte konnten ambulant durch den Notarzt behandelt werden.
 
Im Einsatz waren:
  • Feuerwehr Weißenfels
  • Feuerwehr Tagewerben
  • Feuerwehr Reichardtswerben
  • 3x RTW Weißenfels
  • 1x NEF Weißenfels
  • RTH Christoph 63
  • Polizei
  • Notfallseelsorge

 

Drei Tage, zwei Gefahrguteinsätze – und weitere Alarmierungen

Am Mittwoch wurden wir mit dem Stichwort „H5 Gefahrgut“ zum Bahnhof Großkorbetha, genauer gesagt zum nichtöffentlichen Teil des Güterbahnhofes, alarmiert. Dort sollte aus einem Kesselwagen ein Produkt austreten.
 
Die örtlich zuständige Ortsfeuerwehr Großkorbetha ging als ersteintreffende Feuerwehr unter Chemikalienschutzanzügen zur Lageerkundung und Messung vor und stellte einen Austritt von geringen Mengen des Gases Propylen fest. Diese erste Messung wurde mittels Messgeräten vom CBRN-Erkundungwagen bestätigt. Die Austrittsstelle am Bodenauslassventil konnte mittels Werkzeug durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr verschlossen und der Kesselwagen zurück ins Werk Leuna verbracht werden. Verletzt wurde niemand, nach ungefähr zwei Stunden war der Einsatz beendet.
 
Im Einsatz:
  • Feuerwehr Großkorbetha
  • Feuerwehr Weißenfels
  • Feuerwehr Reichardtswerben
  • Feuerwehr Kriechau
  • Landes- & Bundespolizei
  • Vertreter TOTAL
  • Vertreter InfraLeuna GmbH
  • Notfallmanager DB
  • RTW
  • OrgL Rettungsdienst
Am gestrigen Freitag erfolgte eine erneute Alarmierung mit dem Stichwort „H5 Gefahrgut“. Einsatzort diesmal: Ein Weißenfelser Industriebetrieb. Dort wurde im Außenbereich eine nicht mehr genutzte Maschine demontiert. Diese hatte Ammoniak zum Inhalt, welcher unvermittelt austrat.
 
Das Sicherheitskonzept der Firma funktionierte, der komplette Bereich war beim Eintreffen der Feuerwehr geräumt. Mittels Einsatz von zwei C-Rohren wurde zunächst der austretende Stoff niedergeschlagen. Im weiteren Einsatzverlauf wurde durch Einsatzkräfte mit Pressluftatmer versucht, den Austritt zu stoppen – jedoch ohne Erfolg. So wurden die restliche Kleinmenge Ammoniak weiter niedergeschlagen und verdünnt und in der firmeneigenen Rückhaltung aufgefangen. Anschließend erfolgte eine Kontrolle aller Bereiche mittels Messgeräten. Nach ca. 2,5 h war der Einsatz beendet, verletzt wurde niemand.
 
Im Einsatz:
  • Feuerwehr Weißenfels
  • Feuerwehr Tagewerben
  • Feuerwehr Reichardtswerben
  • CBRN-ErkW Zeitz
  • RTW
  • Polizei
Die komplette Übersicht der bisherigen Einsätze in dieser Woche:
  • 10.08. – S2 Nachf. DLK / Tragehilfe RD
  • 11.08. – H1 Türöffnung
  • 11.08. – H5 Gefahrgut
  • 12.08. – F7 ABMA
  • 12.08. – F1 unklare Rauchentwicklung
  • 12.08. – F7 ABMA
  • 12.08. – H1 Verkehrsunfall
  • 12.08. – F1 Fläche
  • 13.08. – H1 auslaufende Betriebsstoffe
  • 13.08. – H5 Gefahrgut
  • 13.08. – H1 Tragehilfe
  • 13.08. – F7 ABMA
  • 13.08. – F2 Rauchmelder
  • 14.08. – F7 ABMA

 

Unwetterlage 13.07.2021

Am gestrigen Dienstagabend zog nicht nur über Weißenfels, sondern über Teile des Burgenlandkreises ein Unwetter mit Starkregen.
 
Kurz vor 23:00 Uhr erfolgte die erste Alarmierung für die hauptamtlichen Einsatzkräfte, 10 Minuten später die für die ehrenamtlichen Kameraden.
Im Weißenfelser Kernstadtgebiet galt es vier Einsätze abzuarbeiten, im Ortsteil Langendorf zusammen mit der Feuerwehr Langendorf zwei. Hier wurden allein an einer Einsatzstelle – einem Altenpflegeheim – 30 000 l Wasser gepumpt.
 
Alle Einsätze waren dann gegen 02:30 Uhr abgearbeitet.
 
Der Dienstag hielt bereits vorab vier weitere Einsätze bereit – darunter eine Rauchentwicklung in einem Gebäude, eine Tragehilfe, eine Türöffnung und einen Verkehrsunfall – so dass der gestrige Tag mit zehn Einsätzen zu Ende ging.
 
 

Jahreshauptversammlung 10.07.2021

Am Samstag, 10.07.2021, fand im Weißenfelser Kulturhaus die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Weißenfels statt. Diese war eine Besondere: Da im vergangenen Jahr Corona-bedingt keine Jahreshauptversammlung durchgeführt werden konnte, wurde in diesem Jahr eine doppelte durchgeführt – nämlich für die Jahre 2019 und 2020.

Der Stellvertretende Stadt- & Ortswehrleiter Sebastian Busch eröffnete die Veranstaltung mit der Begrüßung aller Mitglieder der Feuerwehr, des Oberbürgermeisters, der Stadtverwaltung und der Gäste aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Nach der anschließenden Bekanntgabe der Tagesordnung wurde der Rahmen der Jahreshauptversammlung genutzt, um unseren verstorbenen Kameraden im Rahmen einer Schweigeminute die Ehre zu erweisen.

Bericht des Ortswehrleiters

Der Ortswehrleiter Steve Homberg berichtete, dass in den vergangenen Berichtsjahren durch die 17 Haupt- und 55 Ehrenamtlichen Einsatzkräfte 586 (2019) bzw. 546 (2020) Einsätze abgearbeitet wurden. Dies entspricht einer Steigerung von 18 % zum Vorjahr (Einsätze 2018: 494) bzw. 10 % in zwei Jahren. Die geleisteten 586 Einsätze im Jahr 2019 erforderten 186 mal den Einsatz der freiwilligen Kameraden – das entspricht statistisch gesehen einem Einsatzaufkommen an jedem zweiten Tag für die ehrenamtlichen Kräfte.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2019 eine Vielzahl von Brandsicherheitswachen ehrenamtlich geleistet, beispielsweise bei jedem Heimspiel des Syntainics MBC oder im Kulturhaus der Stadt. Im Jahr 2020 waren diese Brandsicherheitswachen reduziert, da aufgrund Corona natürlich generell weniger zuletzt gar keine Veranstaltungen mehr durchgeführt wurden.

Bericht der Kinderfeuerwehr

Die Kinderfeuerwehrwartin Tina Hahnel begann ihre Ausführungen mit beeindruckenden Zahlen über die Mitgliederentwicklung der Kinderfeuerwehr. Trotz einer langen coronabedingten Pause der Ausbildungsdienste konnte die Anzahl der Mitglieder von 18 zu Jahresende 2019 auf 20 im Jahr 2020 gesteigert werden.

Darüber hinaus nahm die Kinderfeuerwehr an einer Vielzahl von Veranstaltungen teil, z. B. dem Kreiskinderfeuerwehrtag, dem Weihnachtssingen im EKZ Leißling, einem Sommerfest, einer Radtour und vielen anderen Aktivitäten mehr. Aus diesen Aktivitäten stand dann am Ende des Jahres 2019 die Zahl von 728 h Aufwand für jeden einzelnen der sechs Betreuer.

Highlight des Jahresendes war die Übergabe des von Abellio Rail Mitteldeutschland zur Verfügung gestellten Anhängers für die Kinder- & Jugendfeuerwehr.

Bericht der Jugendfeuerwehr

Die Jugendwartin Anne-Kathrin Brömme berichtete über die Mitgliederstärke der Jugendfeuerwehr: 2019 bestand die Abteilung der Feuerwehr aus 23 Jugendlichen, 2020 konnte sich die Anzahl der Mitglieder auf 27 steigern. Zahlreiche Aktivitäten wurden in den Jahren 2019 und 2020 durch die Jugendlichen absolviert, auch wenn das Jahr 2020 im zweiten Halbjahr ganz im Zeichen von coronabedingten Onlinediensten stand.

Auch für die Jugendfeuerwehr war die Übergabe des von Abellio Rail Mitteldeutschland zur Verfügung gestellten Anhängers ein besonderes Highlight des Jahresendes.

Redebeitrag des Stadtwehrleiters

Der Stadtwehrleiter Frank Berszuck bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihre Disziplin während der Corona-Zeit. Dass es keine Ausbrüche innerhalb der Feuerwehren gab zeigt, dass das Hygienekonzept und die Schutzmaßnahmen Wirkung zeigten und die Kameraden dieses umsetzten. Weiterhin führte er über den Einsatz der kommunalen Einsatzkräfte aus, dessen Anzahl sich erfreulicherweise in den letzten Jahren stetig steigerte.

Grußworte der Gäste

Der Oberbürgermeister Robby Risch dankte den Einsatzkräften für ihre tägliche Einsatzbereitschaft und Arbeit für die Bürger der Stadt. Auch Maik Trauer, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und damit der Hauptakteur in Sachen Feuerwehr bei der Stadtverwaltung, schloss sich dem an. Weitere anerkennende Grußworte gab es von MdL Elke Simon-Kuch und MdB Dieter Stier.

Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen

Der Stellvertretende Ortswehrleiter Christian Cordes konnte aufgrund der Leistungen in der Arbeit der Feuerwehr, nach Erfüllung der erforderlichen Mindestdienstzeit und der erforderlichen Qualifizierung nach der Laufbahnverordnung der Freiwilligen Feuerwehren Sachsen-Anhalt (LVO-​FF) folgende Kameraden befördern:

  • Kamerad Daniel König zum 1. Hauptfeuerwehrmann
  • Kamerad Mathias Seifert zum Oberlöschmeister
  • Kamerad Sebastian Busch zum Hauptbrandmeister

Es wurden folgende Kameraden ernannt:

  • Kamerad Andreas Proschwitz zum Gruppenführer
  • Kamerad Mathias Seifert zum Zugführer
  • Kamerad Christian Cordes zum Verbandsführer

Folgende Ehrungen zu Dienstjubiläen wurden ausgesprochen:

  • Kamerad Stefan Hahnel – 10 Jahre
  • Kameradin Anne-Kathrin Brömme – 20 Jahre
  • Kamerad Danny Schilling – 20 Jahre
  • Kamerad Christian Cordes – 20 Jahre
  • Kamerad Matthias Kaufmann-Rocktäschel – 30 Jahre


 

Abflammen, nicht abbrennen!

Es wird wärmer und das Unkraut wächst: Bitte achten Sie auf Ihre Sicherheit und seien Sie vorsichtig beim Einsatz von Feuer bei der Unkrautvernichtung – damit wir uns nicht persönlich kennen lernen müssen.


 

F3 Dachstuhl 08.06.2021

Am Dienstag, dem 08.06., kam es gegen 1:30 Uhr zu einem Dachstuhlbrand in der Straße „Am Forsthaus“. Die Leitstelle Burgenlandkreis alarmierte zunächst mit dem Stichwort „F1 unklare Rauchentwicklung“ in den nahegelegenen Lindenweg – dort nahmen Anwohner Brandgeruch wahr. Da die hauptamtliche Dienstschicht seit 0:45 Uhr mit der Drehleiter bereits im Lützener Ortsteil Zorbau im dortigen Gewerbegebiet unterstützen, wurde direkt für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte Alarm ausgelöst.

Schwieriger Zugang zum Brandobjekt

Nach Erkundung im Lindenweg und benachbarten Straßen wurde die Ursache des Brandgeruchs in Saalenähe lokalisiert. „Am Forsthaus“ brannte der Dachstuhl einer seit Jahrzehnten leerstehenden Villa. Bedingt durch den langen Leerstand war der Zugang zum Objekt unmöglich, so dass zunächst mehrere Bäume gefällt werden mussten, um einen Weg zur Brandbekämpfung möglich zu machen. Trotz dieser geschaffenen Zuwegung war eine Aufstellung der dann nachrückenden Drehleiter in Gebäudenähe nicht möglich. Von einem Innenangriff wurde zunächst abgesehen: Es musste davon ausgegangen werden, dass die Decken im Gebäudeinneren so instabil sind, dass Einsturzgefahr herrscht. Das Löschwasser lieferte die nahegelegene Saale. Mittels des Gerätewagen-Logistik wurden dorthin Schläuche verlegt um eine stabile Wasserentnahmestelle einzurichten.

Nachalarmierung weiterer Kräfte

Nach erfolgten ersten Löscharbeiten wurde klar, dass dieser Einsatz ein langwieriger wird und weitere Einsatzkräfte – insbesondere Atemschutzgeräteträger – an der Einsatzstelle benötigt werden. Der Einsatzleiter entschied sich zur Nachalarmierung der Feuerwehren Uichteritz und Markwerben.

Eine weitere Nachalarmierung erfolgte für die Feuerwehr Bad Kösen: Es wurde deren Drehleiter angefordert, welche 9 m länger als die der Weißenfelser Feuerwehr ist. Aufgrund der bereits genannten Nichtbefahrbarkeit des Grundstückes sollte diese Reserve genutzt werden, um direkt im Dachstuhl löschen zu können. Leider stellte sich heraus, dass auch diese 9 m nicht ausreichen sollten.

Mit Einsetzen des Tageslichts konnte die Lage im Gebäudeinneren neu bewertet und ein Zugang zu diesem freigegeben werden. Ab diesem Zeitpunkt wurde gezielt im Inneren abgelöscht, teilweise mussten Deckenbalken mittels Kettensäge herausgesägt werden, um an letzte Glutnester heranzukommen.

Einsatz der Feuerwehr-Drohne

Erneut wurde im Einsatzverlauf die Lage fortwährend mit Unterstützung der sich derzeit zu Testzwecken auf dem Einsatzleitwagen befindlichen Feuerwehr-Drohne bewertet. So konnten Erkenntnisse zur Ausbreitung des Brandes aus großer Höhe gewonnen und das Löschwasser gezielter auf den Brandherd gebracht werden.

Einsatzende nach über 12 Stunden

Nachdem gegen 8:30 Uhr ein weiterer Paralleleinsatz (Stichwort: H1 RTH-Transport Notarzt) abgearbeitet wurde, konnte dann 13:30 Uhr „Feuer aus“ gemeldet werden. Der zweite Großbrand innerhalb von vier Tagen dauerte 12,5 h an. Danach folgten noch Reinigung und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft auf der Feuerwache.

Im Einsatz waren:

• TLF 24/50, LF 16/20, DLK 23/12, GW-L 2, ELW, MZF, RW mit 32 Einsatzkräften

• Feuerwehr Markwerben mit TSF, VRW und 8 Einsatzkräften

• Feuerwehr Uichteritz mit TSF-W und 6 Einsatzkräften

• FuStW Polizei

• Bauordnung Stadt Weißenfels


F3 Gewerbe und Industrie 04.06.2021

In den ersten Stunden des Freitags kam es zu einem Brand auf dem Gelände eines Recylingbetriebes in der Johann-Reis-Straße. Die Leitstelle Burgenlandkreis alarmierte 1:12 Uhr mit dem Stichwort „F3 Gewerbe und Industrie“ die Feuerwehren Weißenfels und Langendorf.

Mehrere Tonnen Abfall brannten

Aus bisher unbekannten Gründen geriet zunächst eine mobile Schredderanlage in Brand. An dieser waren Mitarbeiter des Unternehmens gerade mit Schredderarbeiten beschäftigt, als ein Knall zu hören und eine Stichflamme sichtbar waren. Ein Übergreifen der Flammen auf den Lagerplatz in Form von vielen Tonnen Abfall war dann als Folge dessen sofort gegeben.

Nachalarmierung weiterer Kräfte

Nach Ankunft der ersten Einsatzkräfte wurden unmittelbar weitere Einsatzkräfte nachgefordert. Zur Löschwasserentnahme wurde – neben dem Löschwasserteich der betreffenden Firma – auch der des Nachbarbetriebes sowie ein 600 m entfernter Hydrant in der Max-Planck-Str. genutzt. Mit Hilfe des Gerätewagen-Logistik wurden so insgesamt ca. 1500 m B-Schlauch zur Wasserversorgung verlegt. Bis diese vorbereitenden Arbeiten zur Sicherstellung der Wasserversorgung abgeschlossen waren, wurde die Einsatzstelle mittels Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr mit Wasser versorgt.

Mühsame Löscharbeiten – Unterstützung durch Radlader

Um einen Löscherfolg zu erzielen, musste der brennende Abfall mühsam mit Radladern auseinander gezogen und abgelöscht werden. Hier unterstützten die Mitarbeiter der Entsorgerfirma die Einsatzkräfte tatkräftig. Ebenso wurde seitens der Firma die Versorgung der Einsatzkräfte mit Heiß- und Kaltgetränken sichergestellt. Eine weitere Versorgung mit Essen erfolgte durch die Feuerwehr.

Einsatz der Feuerwehr-Drohne

Im Einsatzverlauf wurde die Lage fortwährend auch mit Unterstützung der derzeit zu Testzwecken auf dem Einsatzleitwagen verlasteten Feuerwehr-Drohne neu bewertet. So konnten wertvolle Erkenntnisse zur Ausbreitung des Brandes und der Rauchgase aus großer Höhe gewonnen werden.

Auslösung KATWARN

Durch Erkundung der Feuerwehr zeigte sich, dass sich die Rauchgase in die Bereiche Kugel- und Stadtberg, Käthe-Kollwitz-Straße und in die Innenstadt ausbreiteten. Aus diesem Grund ließ die Einsatzleitung durch die Leitstelle Burgenlandkreis via KATWARN eine Bevölkerungswarnung zum Schließen von Fenstern und Türen auslösen.

Einsatzende nach acht Stunden

Durch die Vielzahl der eingesetzten Schläuche und die damit einhergehenden aufwändigen Rückbau- und Aufräumarbeiten forderte die Einsatzleitung Mitarbeiter des Fachbereichs städtische Dienste der Stadt Weißenfels an, welche die Einsatzkräfte tatkräftig unterstützen.

Gegen 09:30 Uhr waren die Lösch- und Aufräumarbeiten beendet und alle Fahrzeuge konnten auf der Feuerwache Weißenfels und in den Gerätehäusern der Ortsfeuerwehren wieder einsatzbereit gemacht werden. Denn: Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz.

Im Einsatz waren:

• TLF 24/50, LF 16/20, DLK 23/12, GW-L 2, ELW, MZF

• Feuerwehr Langendorf mit LF 16/12

• Feuerwehr Leißling mit HLF 20/16

• Feuerwehr Borau mit StLF 20/20, MTW

• Feuerwehr Großkorbetha mit TLF 4000

• Feuerwehr Zorbau mit GTLF

• RTW Weißenfels

• FuStW Polizei

• Gesamtzahl Einsatzkräfte: 65